Der Hells-Angels-Prozess

von Paul Cherry

Buchcover "Im Namen des Volkes"

ISBN: 978-3-937542-08-9
Seitenzahl: 392
Ausstattung: Softcover
Sprache: deutsch
Preis: 19,90 Euro
Veröffentlichungsdatum: 15.3.2013

Aus dem Buch:

  • Vorwort
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Inhaltsverzeichnis
  • Inhaltsverzeichnis
  • Inhaltsverzeichnis

Am 28.10.1994 wurde Sylvain Pelletier durch eine Autobombe getötet. Was folgte war nicht nur ein blutiger Krieg mit über 160 Toten. Ausgebrannte Autos wurden zum unverwechselbaren Markenzeichen: Die Hells Angels hatten im Bikerkrieg zugeschlagen.


Mom Boucher, der Präsident des Montrealer Hells Angels Nomads Charters hatte große Träume und suchte sich Mitstreiter. Die Quebecer Hells Angels samt Unterstützerclubs zogen mit. Doch die Rock Machine (später Bandidos) wollte sich das nicht bieten lassen. Es war aber auch eine Geschichte von Verrat und Seitenwechseln, von mehreren Polizei-Operationen und drastischen Gesetzesänderungen – und einem der längsten Gerichts-Prozesse in der kanadischen Geschichte.

Auszüge:

„In den Minuten vor seinem Tod hatte Huneault mit seiner Freundin ein Bier getrunken und dabei ein Eishockeyspiel im Fernsehen angeschaut. Im Raum befanden sich sechs Gäste und die Bedienung, die sich gerade an der Kasse aufhielt. Die Tür ging auf, jemand kam herein, ging auf Huneault zu, baute sich wenige Zentimeter vor ihm auf und drückte ab. Von drei Kugeln getroffen, brach Huneault zusammen. Eine hatte ihn mitten ins Gesicht getroffen, eine durchschlug seinen rechten Arm und landete als Querschläger in der Brust. Der Polizei fiel auf, dass wenige Tage nach Huneaults Tod Mitglieder der Death Riders zusammen mit Boucher und Hamel gesehen wurden.“

„Erschwerend kam hinzu, dass das Nomads Charter just in der Zeit, als es den Mord an Magnussen plante, vom Charter Montreal mit der Frage konfrontiert wurde, ob es Magnussen als Hangaround akzeptieren würde, immerhin der erste Schritt auf dem Weg zu einer regulären Mitgliedschaft bei den Hells Angels. Die Nomads sollen Kane zufolge geantwortet haben, dass sie damit kein Problem hätten. Doch unmittelbar nach dem Treffen, bei dem die Frage aufgekommen war, hielten die Nomads eine eigene Versammlung ab, auf der sie sich darüber einig wurden, dass unter den gegebenen Umständen nur ein Vollmitglied Magnussen aus dem Weg räumen konnte. Im Februar 1997 berichtete Kane von dem Gerücht, dass Magnussen in einer Bar am St. Laurent Boulevard einen Verwandten von Vito Rizzuto, dem Paten der Mafia von Montreal, zusammengeschlagen hatte. Nun war ihm neben den Nomads auch die Mafia auf den Fersen.“

„Und schließlich fragt Sirois, wie er seinen Aufstieg im Club beschleunigen könne. Bourgoin erwidert, dass die Hells Angels eine Preisliste führen. Für den Mord an einem Vollmitglied der Rock Machine zahlten sie bis zu 100.000 Dollar. ,Während des Gesprächs hat Jean-Guy mir erzählt, dass ein Hangaround 25.000, ein Striker 50.000 und ein Vollmitglied der Rock Machine 100.000 Dollar einbrachte. Dann rechnete er mir vor, dass dem, der zwei Striker und ein Mitglied umbrachte, 200.000 Dollar winkten‘, berichtete Sirois.“

Der Autor:

Paul Cherry arbeitet seit bald zwanzig Jahren als Journalist für Tageszeitungen. Während des Krieges war er Polizei-Reporter bei The Montreal Gazette und hat in dieser Eigenschaft viele Artikel über den Bikerkrieg verfasst.