Die Bruderschaften

Outlaw-Motorradclubs von Innen

von Arthur Veno

Buchcover "Die Bruderschaften - Outlaw-Motorradclubs von Innen"

ISBN: 978-3-937542-10-2

Seitenzahl: 216

Reich illustriert

Ausstattung: Hardcover im Großformat DIN A4

Sprache: deutsch

Preis: 24,90 Euro

Veröffentlichungsdatum: 15.7.13

Aus dem Buch:

  • Titelseite
  • Leerseitengrafik
  • Autorvorstellung
  • Inhaltsverzeichnis

In Australien ist manches anders als andernorts. So nennen sich die australischen Einprozenter eben nicht Biker sondern Bikies. Aber natürlich fasziniert diese Kultur in Australien auch über ihre Grenzen hinaus. Und wer sollte ein detaillierteres Buch schreiben können als Arthur Veno, The Mad Professor, wie er bei den Bikies heißt?

Und als Professor geht er populärwissenschaftlich an die Sache heran. Natürlich ist das Buch schwerpunktmäßig auf Australien und die Szene in Australien ausgelegt, macht aber nicht Halt am der Küste des Kontinents. Denn The Mad Professor ist schon in seinem Geburtsland USA mit Bikern in Kontakt gekommen und fühlte sich magisch angezogen. Und so füllt er die Seiten des Buches mit Biker- und Bikie-Weisheiten, läßt viele Leute aus der Szene für sich sprechen und bewertet nicht und fällt schon gar keine Urteile. Er spricht das Gute, das Schöne ebenso wie das Hässliche an. Er sieht die Clubwelt so wie sie ist: Eine liebenswerte Familie in der sich auch mal bösartig gestritten wird und dann schnell die Fetzen fliegen. Und auch wenn er an der Monash University for Police and Justice tätig ist, so sieht er die Rolle der Polizei durchaus kritisch – vor allem den üblichen Provokationskanon. Und bei dem Thema Bikie-Verbot ist er ganz klar der Menschenrechtler. Und so hat er auch in der heißen Phase im Komitee mitgewirkt, welches sich entschieden dagegen ausgesprochen hat. Im Buch nimmt diese Diskussion allerdings nur wenig Platz ein, da es um die Geschichte der australischen Biker im Allgemeinen geht.

Auszüge:

„,Lass uns bei Maccas einen Kaffee holen‘, sagte er.

Wie hätte ich das ablehnen können? Der Vorschlag kam schließlich von der Nummer eins eines der berüchtigtsten Bikerclubs des Landes. Und der Mann hatte mich zu einem Meeting eingeladen, um das ein oder andere ,zu besprechen‘.

Als ich zögerlich in das Auto kletterte, das sich als höllisch laut erwies, wusste ich irgendwie, es würde keinen Kaffee geben., Ich bin am Arsch‘, dachte ich.

Wir machten etwas Small Talk – er redete, und ich war ganz Ohr –, dann erzählte er mir, was los war. Ich war zugleich erleichtert und erschrocken. Er wollte mich nicht töten. Was er wollte, kam dem aber ziemlich nahe – ich sollte einen Biker verpfeifen. Er erzählte mir, dass sie mit einem ihrer Mitglieder und seiner Amphetaminfabrik ein Problem hatten. Der Club wollte, dass ich als Mittelsmann auftrat, um ihn loszuwerden.

In diesem Augenblick wurde ich zu einem der wenigen Außenstehenden, die in die Machenschaften eines Outlaw-Motorradclubs nicht nur eingeweiht, sondern an ihnen beteiligt waren. Das war ganz unglaublich. Einen Bruder anzuschwärzen, ist in der Welt der Biker – oder ,Bikies‘, wie wir in Australien sagen – die allergrößte Sünde. Und doch wurde ich gerade gebeten, genau das zu tun. Jede Wette, ich war der erste Professor, dem das passierte. Und ich würde auch darauf wetten, dass ich der erste Professor war, der verrückt genug war, sich auf so eine Sache einzulassen.“

 

Der Autor:

Professor Arthur Veno wurde in den Vereinigten Staaten geboren und lebt seit 1974 in Australien. Zuletzt war er Direktor am Centre for Police and Justice Studies der Monash University. Veno forscht seit mehr als 27 Jahren zum Thema Bikieclubs. Aber er ist kein gewöhnlicher Akademiker – er besucht die Partys der Clubs und nimmt an Bikertreffen und Ausfahrten teil. Er zählt Mitglieder der Gypsy Jokers, Hells Angels und Coffin Cheaters zu seinen Freunden. Bekannt als „Mad Professor“, züchtet Veno auf seiner Farm im ländlichen Victoria Bäume, außerdem berät er verschiedene Gruppen zu Menschenrechtsfragen und strafrechtlichen Problemen. Er arbeitet auch weiterhin in der Szene, wie jüngst, als er Bikieclubs in Queensland, Südaustralien und New South Wales beriet, die sich harten neuen Gesetzen gegenübersehen. Als Berater für das Sekretariat des Ständigen Parlamentarischen Ausschusses in Australien half er dabei, Anfragen und Beiträge von Bikies und aus Unterweltkreisen an das Gremium zu übermitteln, desweiteren war er Gutachter bei der Gesetzesnovelle des Serious and Organised Crimes Act.